17.01.24 - Spiritleaks Redaktion

Die große Zeitenwende

Warum sich unsere Zeit so komsich anfühlt

Vielen Menschen mag es derzeit vielleicht wie uns ergehen. Man hat das Gefühl, seit Corona wird nichts besser. Krieg, Inflation, Klimakrise ... es hört gar nicht mehr auf. Das Jahr 2023 war nun auch kein Lichtbringer. Und da fragt man sich, wann hört das denn mal wieder auf. So kann es ja nicht weitergehen. Die gute Nachricht: es wird wieder aufhören. Die schlechte: ein wenig dauern wird es noch.

selektive ignoranz

Ein Blick auf die Geschichte

Die Zyklen der Zeit

Es gibt einige Wissenschaftler, die haben sich mit historischen Wendepunkten der Zeit intensiv auseinandergesetzt. Dabei haben sie herausgefunden, dass sich Wendepunkte ca. alle 80 Jahre zyklisch wiederholen. Dabei kann man die Zyklen in vier Abschnitte, wie Jahreszeiten, unterteilen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und nun, meine Lieben, es wird niemanden überraschen: befinden wir uns im tiefsten Winter.

Im Frühling herrscht Aufbruchstimmung, alle halten zusammen und bauen etwas Neues auf. Im Sommer gedeiht die Saat. Die Menschen sind entspannt, leben im Wohlstand und haben mehr Zeit für sich selbst. Im Herbst ist zwar noch alles gut, aber Krisenherde züngeln langsam hier und da. Im Winter wird es dann düster. Strukturen brechen ein. Altes muss Neuem weichen, und das wird meistens durch eine ganze Anzahl an Krisen ausgelöst. Schauen wir uns das mal an:

Wendepunkte : Generationswechsel

Alle 20 Jahre verabschiedet sich eine Generation aus dem Arbeitsleben und eine neue Generation betritt den Arbeitsmarkt. Die neue Generation ist dann die, die etwas zu sagen hat. Die frischen Wind reinbringt, die das Ruder übernimmt und den Kurs neu bestimmt. Hier wachsen die Träume, Häsuer werden gebaut, für Nachwuchs wird gesorgt und Karrieren gemacht. Dabei muss man schauen, in welcher Zeit diese aufgewachsen sind. Welche Werte wurden vermittelt, welche Geschehnisse prägten die jeweiligen Zeitspanne und mit welchen Ideen, Wünschen und auch Ängsten wächst eine Generation heran. Das sind dann die Werte, die die aktuell erlebte Zeit prägen.

ab 1945
Winter/Frühling : Generation Nachkriegszeit

Die erste Zeitspanne umfasst die Kriegszeit, die den Winter repräsentiert und daraus eine Generation schuf, die den Frühling auf den Weg brachte. In dieser Zeit ging es darum, das Land wieder aufzubauen. Alle mussten mit anpacken. Die Finsterniss des Krieges musste verarbeitet werden, aber das musste jeder größtenteils mit sich selbst ausmachen. Im Fordergrund stand der Aufbau. Die Menschen dieser Zeit lernten noch sparsam zu sein, aus den vorhandenen Ressourcen das Beste zu machen. Nicht jammern, nicht klagen sondern vorwärts schauen. Eine Aufbruchstimmung in eine neue Zeit enstand. So wie jeder die Energie des Frühlings spüren kann, so entsprang der Frühling auch dieser der Zeit.

ab 1955
Frühling / Sommer : Generation Baby-Boomer

Das ist die Zeitspanne, in der das reifen konnte, was die vorherige Generation geschaffen hat. Wie im Sommer das Getreide reift, das im Frühjahr gesät wurde. Die gesellschaftlichen Werte der Nachkriegszeit wurden an die Baby-Boomer-Generation weitergegeben. Es entstand eine immens fleißige Generation, die eine hohe Wertschätzung für das bereits Geschaffene hatte. Werterhaltung und ein bedachter Umgang mit den Dingen, sich in die gesellschaftliche Ordnung einfügen und immer sein Bestes geben. Eine Generation mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein. Das ist die Generation die die Wohlstandsgesellschaft geschaffen hat, die heute an einem kläglichen Faden hängt.

ab 1975
Sommer / Herbst : die 3. Generation

Im Sommer reifen die Früchte und im Herbst findet die Ernte statt und so erlebten wir auch diese Zeit. Zu dieser Generation gehöre ich selbst. Es hatte alles irgendwie seine Ordnung, es war eine Zeit des Wohlstandes. Ein schöner Sommer. Die Werte unserer Eltern haben wir übernommen und waren mutig und gewillt, diese der neuen Zeit anzupassen. Das Individualbewusstsein nahm in dieser Zeit bereits zu. Punk-Musik, die Wiedervereinigung, das Streben nach mehr Selbst... und so läuteten wir langsam den Herbst bereits ein.

ab 1995
Herbst / Winter : die Milleniums & und Generation Z

Das neue Individual-Gefühl gab die 3. Generation an die neue Generation weiter und wurde zum Aufhänger der Zeit. Ängste und Sorgen gab es nicht wirklich, also blieb genug Zeit, um ganz man selbst zu sein und das will man nun auch. Das der Wohlstand einer Gesellschaft erarbeitet werden muss, haben die Milleniens schon nicht mehr so im Fokus. Work-Life-Balance war jetzt das neue Zauberwort. Mit der Generation Z hat der Individualismus nun seinen Höchststand erreicht. Während sich von den Baby-Boomern 2 von 10 Personen für eine bedeutende Person hielten, sind es heute 9 von 10. Der Markt wird von High-Tech überflutet, eine Welt ohne Smart-Phone ist für die Generation Z unvorstellbar. Aber mit dem 9.11.2001 sollte sich bereits der Winter ankündigen.

Was ist nun passiert?

Schauen wir uns das mal an. Die Baby-Boomer-Generation begann ab ca. 1975 aktiv in die Arbeitswelt einzutreten. Immer wenn eine neue Generation eintritt, beginnt quasi eine neuer Zeitabschnitt, da es diese Generation ist, die dann das Sagen hat und das Ruder übernimmt. Und so schuftete diese Generation fleißig und generierte daraus eine neue Wohlstandsgesellschaft. Individualisten gab es nur als Randgruppe. Man ordnete sich, man fühlte sich als ein "Gemeinsam", man zog seine Sachen durch und man hatte Rückgrad.

Diese Generation verlässt ab 2015 kontinuierlich den Arbeitsmarkt, gleichzeitig betreten die Milleniums den Arbeitsmarkt, die diese Zeit mit ihren neuen Werten und einem soliden Grundbedrüfnis an Life-Style prägen. Die Milleniens sind Individualisten und sie sind laut. Jede Randgruppe möchte gehört und auch erhört werden. Das sehen wir am Gendern, daran, das Winnetou nicht neu aufgelegt werden durfte und wir sehen es an der Beharrlichkeit, mit der diese neuen Ideen umgesetzt werden möchten. Die Meisten wollen vermögend sein aber nichts dafür tun. Influenzer möchte man sein, seinen Individualismus ausleben und dafür viel Geld und Anerkennung einstreichen. Man darf seine Meinung sagen, muss aber damit rechnen einen ordentliche Shit-Storm einzustreichen, denn immerhin findet jeder seine eigene Meinung so bedeutend, das er sie kundtun muss.

Ich möchte gar nicht über diese Generation schimpfen, denn sie sind ja lediglich anders und deshalb nicht schlechter und sie haben auch viele gute Seiten.

Es ist aber eine neue Kultur entstanden, die nicht in die alten, noch bestehenden Strukturen passt. Diese Strukturen müssen aufgelöst werden, damit die neue Kultur ihren Platz findet. Das geht leider nicht von heute auf morgen, sondern braucht seine Zeit. Und das ist nun genau das, was die Zeit so anstrengend macht.

Für uns ältere Generationen ist dieser Wandel natürlich besonders anstrengend. Uns macht es Angst, die Strukturen, mit denen wir aufgewachsen sind und die uns vertraut sind, loszulassen. Wenn sich etwas auflöst und man nicht weiß, was als nächtes kommt, ist das immer ein beängstigender Zustand. Aber mit diesem werden wir uns arrangieren müssen und das schaffen wir auch.