13.01.24 - Spiritleaks Redaktion

Selektive Ignoranz

Über das praktische Prinzip der Informationsdiät

Das Prinzip der selektiven Ignoranz beruht darauf, dass man grundsätzlich oder für einen ganz bestimmten Zeitraum gezielt Informationen abblockt. Das sind insbesondere die Informationen, die einem ohnehin im Alltag nichts nützen. Die Aufnahme dieser Informationen kostete jedoch viel Zeit und ist nicht selten mit emotionalen Turbulenzen verbunden. Gerade heute, im digitalen Zeitalter sind wir einer immensen Informationsflut ausgesetzt, die in der Regel noch so präsentiert wird, das sie viel Aufmerksamkeit bekommt und/oder manipulativ unser Konsumverhalten beeinflussen möchte. Es geht also meist nicht um den Informationsgehalt, sondern um Populärmedien und Marketing.

Die Zeit, die wir für die Aufnahme der Informationen benötigen, fehlt uns an wichtigen Stellen im Alltag. Daher ist es umso wichtiger, sich bewusst mit der Informationsqualität zu beschäftigen, der man tagtäglich ausgesetzt ist. Immerhin haben wir darauf mehr Einfluss, als wir meinen.

Damit man das Prinzip der selektiven Ignoranz leichter verstehen kann, möchten wir hier einige typische Alltags- und Lebenssituationen vorstellen.

selektive ignoranz

Zeitung und Nachrichten

Informationsquellen gut auswählen

Medien sind ständig präsent. Permanent erfahren wir, wo auf der Welt was gerade passiert ist. Doch wenn wir etwas genauer hinsehen, werden wir merken, dass die meisten Infos in keinerlei Bezug zu uns stehen. Sie haben keinen Nutzen für uns. Bedauerlich ist noch dazu, dass die Top-Sensationen in der Regel einen negativen Charakter haben und uns ein unnötiges Angstgefühl mit auf den Weg geben. So lesen wir in der Zeitung nicht etwa, dass Max Muster durch eine erfolgreiche Herztransplantation länger leben kann, sondern dass 2.000 Menschen bei einem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Wir erfahren, welcher Politiker was Gemeines gesagt hat, welcher Promi in der letzten Nacht betrunken war und wo der König von England seinen Urlaub verbracht hat.

Hand aufs Herz - wem nützen solche Infos?

Den Nachrichtensender kann man also getrost ausschalten. Alle wichtigen Neuigkeiten wird man im Laufe des Tages ohnehin erfahren. Für die aktuelle Verkehrslage, den Blitzermelder und den Wetterbericht gibt es tolle Apps.

Nutzt die Zeit, die man mit dem Sehen von Nachrichten verbringt, lieber für etwas, was Freude bereitet. Gönnt euch eine Massage, besucht Freunde, lest ein schönes Buch, unterhaltet euch mit eurem Partner oder den Kindern.

Handy weg, Fernseher aus

Ihr werdet staunen, wie viel Zeit man plötzlich hat, wenn man die modernen Medien einfach mal weglässt. Sich aus Langeweile mit Informationen besudeln zu lassen - ist das Schlimmste was man überhaupt machen kann. Stellt euch vor, ihr würdet noch fünf Stunden leben. Würdet ihr dann erst mal aufs Handy schauen, was es bei Facebook & Co Neues gibt? Oder würdet ihr euch eine Quiz-Sendung im Fernsehen anschauen? Nein, ihr würdet intensiv Zeit mit den Menschen verbringen wollen, die euch am Herzen liegen - und genau das ist das, was uns auch am meisten Freude bringt und wirklich Bedeutung hat.

Arbeit, Freizeit, Urlaub

Es ist ja schmeichelhaft, wenn man sich bei Problemen bei der Arbeit stets an euch wendet. Man fühlt sich ja gerne ein wenig wichtig. Aber - Ihre Kollegen würden das Problem wahrscheinlich auch ohne euch lösen. Nur, das brauchen Sie ja nicht zu versuchen, weil es einfacher ist, euch um eine Lösung zu bitten. Wie viel Zeit geht dadurch am Tag verloren?

Macht euren Kollegen deutlich, dass diese sich zunächst selbst um eine Lösung bemühen sollen. Alternativ kann man auch vorschlagen, dass Kollegen euch lediglich kurze Lösungsvorschläge unterbreiten und ihr dann nur eine Entscheidung treffen braucht. Wird man laufend bei der Arbeit unterbrochen, vereinbart eine Time-Out-Stunde. In dieser Stunde seid ihr für andere quasi nicht anwesend. Keine Telefonanrufe, keine Fragen, keine Gespräche. In dieser Zeit werdet ihr wahrscheinlich mehr schaffen, als in 4 Stunden der übrigen Zeit.

Jede Minute ist Lebenszeit

Denkt stets daran, jede Minute ist Lebenszeit. Verschwendet diese nicht. Wählt Informationsquellen gezielt aus und beschafft euch nur die Informationen, die wirklich wichtig sind. Beschäftigt euch nur mit Dingen, die auch einen direkten Bezug zu euch haben. Nehmt euch grundsätzlich so viel Zeit wie möglich, für euch selbst und für die Dinge, die euch gut tun und die Freude bereiten.