top

Die Grundlagen der Ganzheitlichen Medizin

Einführendes Grundlagenwissen für ein leichteres Verständnis der ganzheitlichen Medizin

Das Thema ganzheitliche Medizin wird von Menschen recht unterschiedlich wahrgenommen. Für die einen ist es Geldschneiderei, für andere eine Art Wunderheilung. Ganzheitliche Medizin ist jedoch nichts von beiden, sondern ein sowohl traditioneller als auch moderner Ansatz, die Gesundheit eines Menschen in seinen Lebensbereichen herzustellen und zu erhalten. Das oftmals fehlerhafte Verständnis und die daraus resultierende mangelnde Berücksichtigung sind häufige Ursachen für viele Leiden - nicht nur im gesundheitlichen Bereich, sondern eben auch in allen anderen Lebensbereichen.

Ganzheitlichkeit verstehen

Ganzheitlichkeit ist noch keine medizinische Anwendung

Ganzheitliche Medizin ist wie ein Konzept, ein Modell oder eine Art Philosophie zu verstehen. Ein alternatives Behandlungsverfahren ist also nicht automatisch ganzheitlich, sondern wird zu einem Bestandteil der ganzheitlichen Medizin, wenn sowohl der Arzt oder Heiler, als auch zu behandelnde Mensch eine ganzheitliche Haltung gegenüber der Wesen von Gesundheit und Krankheit einnehmen.

medizin

Wesen von Gesundheit und Krankheit

Die Ebenen des menschlichen Seins

Unser westliches Gesundheitssystem konzentriert sich zum größten Teil auf die körperliche Symptomatik. Kann keine organische Ursache gefunden werden, ist die Psyche der Übeltäter. Neben der körperlichen und psychischen Ebene gibt es aber auch eine energetische, spirituelle und eine geistige Ebene. Diese finden jedoch meist erst dann Beachtung, wenn die gewünschten Heilerfolge ausbleiben und der Mensch als "austherapiert" gilt. Doch genau die Einbeziehung aller Ebenen enspricht dem Wesen der Ganzheitlichkeit.

Für diese fehlende Integration trägt jedoch nicht nur die Schulmedizin Schuld, auch der moderne Mensch selbst wurde von unserer Gesellschaft so geformt. Sind wir (akut) krank, nehmen wir synthetische Medizin und erwarten, schnellstmöglich wieder gesund zu werden. Wir selbst nehmen uns keine Zeit für unsere Erkrankungen, meistens haben wir ja nicht mal Zeit für uns selbst. Die Pharmaindustrie freut sich, die Wirtschaft brummt und der Mensch kann schnell wieder der gesellschaftlichen Norm des Leistungs- und Wohlstandsstrebens gerecht werden.

Zum Glück werden wir alle alt

Der Wandel im Bewusstsein kommt meistens von alleine

Irgendwann, im Alter zwischen 35 und 50, macht es bei den meisten Menschen klick. Der Sinn fürs Materielle schwindet. Das Haus ist gebaut, die Kinder sind aus dem Haus und plötzlich ist das Selbst wieder präsent. Viele Menschen richten den Blick nach innen und hinterfragen das bisherige Leben. Manche Menschen suchen sich beruflich ein neues Betätigungsfeld, dass sie mehr erfüllt. Andere suchen sich einen neuen Partner. Aber auch die kleinen Wehwehchen stellen sich ein. Was früher von alleine wieder verschwand, bleibt nun hartnäckig bestehen und dann wird man sich auch noch langsam der eigenen Sterblichkeit bewusst. Keine leichte Lebensspanne, aber eine wichtige.

Das Wesen der Ganzheitlichkeit kann nun leichter verstanden werden. Der Mensch spürt selbst, dass er nicht nur ein denkender und fühlender Körper ist, sondern dass da noch mehr ist. Die geistige und spirituelle Ebene wird wahrgenommen, und in den meisten Fällen heißt es nun, in diesen Ebenen Ordnung und Harmonie zu schaffen. Es gibt Menschen, die machen das ganz bewusst und andere wiederum ganz unbewusst. Wer bereits die ersten Leiden als täglichen Begleiter kennt, kann im Rahmen alternativer Behandlungskonzepte nun auch die energetische Ebene kennenlernen.

Die Erkenntnis nutzen

Krankheit im Kontext der Ganzheitlichkeit

Diese Wandlungsphase im Leben lässt und das Wesen der Ganzheitlichkeit verstehen. Aber wir müssen diese Erkenntnis nun auch noch in den Bereich Gesundheit und Krankheit übertragen. Dazu werden wir uns das Entstehen von Krankheit und die Ebenen des menschlichen Seins im nächsten Abschnitt etwas genauer ansehen.

Die Ebenen des menschlichen Seins

Der Mensch sollte stets auf der Ebene behandelt werden, auf der eine Störung vorliegt

Unser heutiges westliches Weltbild geht davon aus, dass der Mensch ein körperliches Wesen ist, das nach bio-chemischen, mechanischen Prinzipien funktioniert - natürlich ausgestattet mit einer Psyche, die wir nicht beweisen, aber auch nicht leugnen können. Unseren Körper sehen wir jeden Morgen im Spiegel und das Bewusstsein unserer Psyche sagt uns, ja - das bin ich. Auf diesen Ebenen ist unsere moderne Schulmedizin tätig und es ist auch kein Mythos mehr, dass sich Psyche und Körper gegenseitig beeinflussen. Aber der Mensch ist noch mehr.

bewusstsein

Ein Lob an die Schulmedizin

Für das hohe Niveau unserer Schulmedizin können wir sehr dankbar sein

Bevor wir uns mit den Ebenen des Seins beschäftigen, möchten wir die moderne Schulmedizin auch einmal loben, denn meistens wird sie im Zusammenhang mit Alternativmedizin in ein schlechtes Licht gerückt. Wäre die Schulmedizin nicht den Weg gegangen, den sie nun mal gegangen ist, würden viele von uns gar nicht mehr leben. Viele Menschen würden einen wesentlich schlechteren Lebensstandard haben und das Thema Rente könnte getrost unter den Tisch fallen, denn so alt würde niemand mehr werden.

Die Ebenen des menschlichen Seins

Warum das Verstehen dieser Ebenen so wichtig ist

Das es eine körperliche und eine psychische Ebene gibt, ist allen bewusst. Seit wir die Akupunktur, Shiatsu und Yoga kennen, akzeptieren wir auch langsam, dass es noch eine energetische Ebene gibt, welche ebenso großen Einfluss auf Psyche und Körper haben kann. Es ist unserer Medizin zwar noch nicht möglich, diese energetische Ebene wissenschaftlich abzubilden - aber therapeutisch wird sie dennoch schon recht häufig angewendet.

Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Ebenen. Die spirituelle Ebene und die geistige Ebene. Die spirituelle Ebene verbindet uns z.B. mit dem "kollektiven Bewusstsein", in der geistigen Ebene, finden wir unser "höheres Selbst". Diese letzten beiden Ebenen werden von der klassischen Schulmedizin nicht berücksichtig, finden aber ganz langsam, insbesondere in der therapeutischen Arbeit, viel Anklang. Hier arbeitet man z.B. mit Meditation, Familienaufstellungen, Hypnotherapie, schamanischen und auch vielen spirituellen Techniken.

Diese Differenzierung in mehrere Ebenen, Dimensionen oder Körper finden Sie in allen ganzheitlichen Systemen wieder. Im Ayurveda spricht man z.B. von den fünf Körpern - Körper der Nahrung, der Energie, des Geistes, des Wissens und des Genusses. Diese Ebenen muss niemand auswendig lernen, es reicht zu wissen, dass der Mensch auf jeder Ebene krank werden kann und dass Heilung nur dann wirksam ist, wenn auch die entsprechende Ebene behandelt wird. Haben Sie z.B. eine Blinddarmentzündung, muss die körperliche Ebene behandelt werden. Hier ist also die Schulmedizin der richtige Ansprechpartner.

bewusstsein

Wie Krankheiten entstehen

Wichtig ist die Wirkrichtung - wie beeinflussen sich die Ebenen

Die 5 Ebenen des menschlichen Seins können Sie sich wie eine Pyramide vorstellen. Alle Ebenen sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Interessant und wichtig für die therapeutische Arbeit ist die Wirkrichtung, welche von der Spitze der zum Boden der Pyramide verläuft. Probleme im mentalen Bereich werden sich langfristig durch Störungen im physischen Körper abbilden. Behandelt man nun nur den Körper, bleibt die eigentlich Störung unbehandelt und wird sich im Laufe der Zeit wieder als körperliches Symptom ausdrücken - meist noch schwerwiegender. Aber das ist heute ja auch kein Geheimnis mehr.

Therapeutisch schwerer zu diagnostizieren sind Störungen in den letzten beiden Ebenen. Doch gerade diese finden sich ins unserer Gesellschaft immer häufiger. In vielen Fällen sind uns diese Störungen im intuitiven/spirituellen oder geisten Bereich selbst nicht einmal bewusst und werden erst durch durch die therapeutische Arbeit sichtbar. Hier sprechen wir nicht nur von traumatischen Kindheitserlebnissen, die vielleicht verdrängt wurden, sondern auch von Konflikten in familiären Ahnen-Systemen, die unbewusst von einer Generation zur nächsten übertragen werden. Das Gute ist, diese Bereiche eignen sich ganz wunderbar für die eigene Arbeit. Wer sich mit diesen Themenbereichen des menschlichen Seins auseinander setzt, wird sich selbst neu kennenlernen und verstehen, warum man ist wie man ist. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch sehr förderlich für die persönliche Lebensqualität.

Dieses Modell ist keine akademische Vorgabe, sondern ein flexibles Abbild. Viele Praktiker arbeiten mit diesem Modell, andere tauschen Ebenen oder fügen Ebenen dazu. In anderen Kulturen haben die Ebenen zudem meist andere Namen. Egal, wie man es nun nennt - das wesentliche Prinzip ist immer das gleiche.

Krankheit und Lebensbereiche

Zum Schluss fügen wir noch die Lebensbereiche zu

Damit der Kreis der Ganzheitlichkeit geschlossen werden kann, fügen wir nun noch die Lebensbereiche hinzu. Die Lebensbereiche eines Menschen sind vielfältig. Alle aufzuzählen wäre auch unnötig. Einige bedeutende und ihr Bezug zu den Ebenen des Seins - im Zusammenhang mit dem Thema Gesundheit und Krankheit - erläutern wir aber kurz.

leben

Das richtige Leben

Wenn Leben krank macht und was uns wieder heilt

Wie wir bereits gelernt haben, kann der Mensch einfach auf körperlicher Ebene krank sein. Und das auch nur auf körperlicher Ebene. Ein Schnupfen in der kalten Jahreszeit beruht also nicht auf einem traumatischen Kindheitserlebnis. Manchmal ist es eben so und manchmal gibt es auch keine Heilung. Dann müssen wir lernen mit der Krankheit zu leben. Das fällt den Kranken übrigens meist leichter, als den Angehörigen.

Aber manchmal leben wir so, dass wir von unserer Lebensart krank werden. Nehmen wir z.B. die Partnerschaft. Streiten wir uns häufig mit unserem Partner, kann uns auch mal der Satz "Du machst mich krank!" raus rutschen. Das ist dann in der Tat so. Streit, Wut und Zorn schlagen auf die Leber. Die Leberenergie stagniert (auf energetischer Ebene) und das äußert sich z.B. in Störungen des Bewegungsapparates.

Störungen des Bewegungsapparates können auch auf mangelnde Freiheit, oder einen falsch eingeschlagenen Weg hinweisen. Das kann z.B. der Fall sein, wenn man für den Ehepartner den geliebten Beruf aufgibt und nun eine Tätigkeit ausübt, die nicht dem eigenen Wesen entspricht. Und woher kommt das Wissen über den richtigen Beruf / Berufung? Ihre Berufung kennt ihre Seele, oder ihr höheres Selbst. Leben Sie also in einem Lebensbereich nicht so, wie es ihrem tiefsten Inneren entspricht, zeigt sich das am Ende auch auf körperlicher Ebene.

Schauen Sie sich einmal an, wie viele Menschen in unserer Gesellschaft unter Rücken- oder Gelenkschmerzen leiden. Falsche Ernährung, eine zu hohe körperliche Belastung und auch die mangelnde Kenntnis oder Akzeptanz des eigenen Weges und des eigenen Raums spiegeln sich hier ganz deutlich wieder.

Präventivmedizin

Was unserem Gesundheitssystem noch fehlt

Nun wissen wir, dass Krankheiten schon viel früher entstehen, als sie sich letztendlich körperllich zeigen. Gesundheit und Krankheit sind daher keine zwei unterschiedliche Zustände, sondern fließen über eine lange Linie ineinander. Zum Arzt gehen wir dann aber erst, wenn wir so richtig krank sind. Aber was sollen wir auch schon vorher da? Mit Ihrem Hausarzt werden Sie schwerlich darüber reden können, ob sie in allen Lebensbereichen Ihrem persönlichen Wesen entsprechend leben.

Ein Gesundheitssystem sollte aber darauf aufbauen, die Menschen in erster Linie gesund zu erhalten. Wer hier nicht in Eigenverantwortung tätig wird, wird dann später mehr oder weniger seine Päckchen zu tragen haben. Aber wie sollten wir die notwendige Form einer Präventivmedizin in unser Gesundheitssystem integrieren? Wir bräuchten 10 x soviele Ärzte, die sich dann auch noch auf diesem Gebiet auskennen müssten - und bezahlbar wäre das dann alles ohnehin nicht mehr. Die Präventivmedizin muss daher nicht vom Gesundheitssystem getragen werden, sondern von der Gesellschaft selbst, als integrativer Bestandteil unserer Lebenskultur. In anderen Kulturen, wie dem Ayurveda oder der chinesischen Medizin funktioniert das auch, obwohl auch hier die Tendenz stark abnimmt - dank der Orientierung an westlichen Werten.