top

Alternativmedizin - Grenzen und Gefahren

Wann ist Alternativmedizin sinnvoll und wann nicht

Alternative Behandlungsmethoden erleben in unserer westlichen Welt derzeit einen regelrechten Boom. Aber dahinter verbergen sich auch einige Gefahren, die man stets bedenken sollte. Zunächst sollten wir dankbar dafür sein, dass unsere Medizin so hoch entwickelt ist, wie sie jeder von uns nutzen kann. Bei aktuen Beschwerden sollte daher immer Ihr Hausarzt an erster Stelle stehen. Zusammen mit ihm können Sie abwegen, ob eine alternative, möglicherweise schonendere oder natürlichere Behandlungsmethode für Ihre Erkrankung in Frage kommt.

Die Gefahren der Alternativmedizin

Was Sie bei der Anwendung alternativer Behandlungsverfahren bedenken sollten

Alternative Medizin bedeutet eine Alternative zur klassischen Schulmedizin. Eine alternative Behandlungsmethode kann, wie bereits gesagt, zusammen mit Ihrem Hausarzt diskutiert werden. Bei leichten Beschwerden würde ich immer eine sanfte und möglichst natürliche Behandlung in Betracht ziehen. Bei ernsteren Erkrankungen dagegen würde ich zwar viel Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz legen, aber dennoch alternative Behandlungsmethoden lediglich als Ergänzung zur Schulmedizin nutzen.

heiler

Die Qualität

Häufig fehlt eine solide Qualitätskontrolle

Viele Mediziner und Hausärzte begrüßen ganzheitliche Ansätze und bieten in ihren Praxen bereits zusätzlich alternative, ganzheitliche Bahndlungsverfahren an. Leider muss man diese meistens aus eigenen Mitteln bezahlen. Dennoch sind Sie hier gut aufgehoben. Heilpraktiker müssen zwar eine Prüfung beim Amtsarzt ablegen, aber die Kompetenz in den verschiedenen Fachbereichen kann auch hier große Unterschiede aufweisen. Bei Heilern oder Praktikern anderer Bereiche gibt es derzeit noch keinen Standard. Das fachliche Niveau kann daher auch hier sehr unterschiedlich sein. Hier verbirgt sich ein Risiko, an das immer gedacht werden sollte und es wird umso wichtiger, je ernster Ihre Erkrankung ist.

Die richtige Auswahl

Je medizinischer der Hintergrund desto sicherer

Es gibt in Deutschland ganz herausragende Heilpraktiker und Praktiker auf den Gebieten der Gesundheit, Spiritualität und Lebensfreude. Es gibt aber auch mehr als genug Praktiker, deren fachliche Kompetenz sehr fragwürdig ist. Diese werfen dann ein schlechtes Licht auf die anderen, was immer sehr traurig ist und zudem die Arbeit, den Menschen den Zugang zu ganzheitlichen Therapien zu erleichtern, erheblich erschwert. Es ist daher immer hilfreich, sich im Vorfeld gut zu informieren und auf Erfahrungen anderer Patienten oder Klienten zu achten. Wir beobachten immer wieder, dass plötzlich bestimmte Techniken in Mode geraten und als das absolute Ultimo teuer verkauft werden. In Wirklichkeit gibt es selten neue Techniken. In der Regel sind es bereits bekannte Behandlungsmethoden, die aus Ihrem kulturellen Kontext gerissen und unter einem modernen Namen verkauft werden. Hier wird die Hoffnung und die Not der Menschen schamlos aus finanziellem Interesse ausgenutzt.

Die Gefahr

Wenn die Gesundheit gefährdet wird

Wenn der angehende Heilpraktiker beim Amtsarzt geprüft wird, ist es den Prüfern am wichtigsten zu sehen, dass der künftige Heilpraktiker in der Lage ist, gefährliche, ernsthafte Krankheiten zu erkennen. Und das ist auch wirklich am wichtigsten. Wer sich daher allein auf alternative Behandlungen beschränkt, kann sich und seine Gesundheit gefährden. Es kann niemals schaden mit Ihrem Hausarzt kurz über das geplante Vorhaben zu sprechen. Noch gefährlicher kann es werden, wenn jemand auf die Idee kommt, sich nur noch alleine zu therapieren. Wenn jemand denkt, er hat nur eine sehr starke Erkältung und versucht, sich mit Ruhe und Kräutern zu heilen, kann in Wirklichkeit eine Lungenentzündung haben - und das kann lebensgefährlich sein. Daher noch einmal: Gehen Sie zuerst zum Arzt. Sagen Sie ihm, wenn eine Diagnose vorliegt, dass sie keine Antibiotika oder andere Medikamente nehmen möchten - wenn es nicht nötig ist. Ein guter Arzt wird das begrüßen.

Die Grenzen der Alternativmedizin

Was kann man wirklich erwarten

Kann die Schulmedizin nicht helfen, sucht man wahrscheinlich nach alternativen Behandlungsformen. Bedenken Sie immer, dass alternative Behandlungsformen keine Wundermedizin sind. Die Erfolge hängen immer auch von der fachlichen und persönlichen Kompetenz des Heilers ab. Je intensiver Sie sich selbst mit Ihren Beschwerden auseinander setzten, desto eher werden Sie eine geeignete Behandlungsmethode finden. Die Schulmedizin behandelt in der Regel nur Ihre Symptomatik auf körperliche Ebene. Wir wir im Grundlagenteil gelesen haben, kann die Ursache für Beschwerden aber auch in einer anderen Ebene zu finden sein. Alternative Behandlungskonzepte unter einem ganzheitlichen Folkus sind eine sehr gute Möglichkeit, die eigentliche Ursache zu finden, aber eben auch kein Garant für Erfolg.

bewusstsein

Kein Heiler kann zaubern

Eigenverantwortung ist immer notwendig

Kein Arzt, kein Heiler und kein Praktiker kann helfen, wenn man nicht bereit ist, Eigenverantwortung zu übernehmen. Es ist immer sehr wichtig, sich selbst mit seinem Krankheitsbild auseinander zusetzen und vielleicht auch einmal über den Tellerrand zu schauen. Häufig sind Menschen nicht bereit Lebensgewohnheiten zu ändern, obwohl diese zwingend notwendig wären.

Offenheit gegenüber alternativen Behandlungsformen ist natürlich ebenso wichtig und erleichtert es, einen neuen Weg im Leben einzuschlagen. Hilfe ist immer ein Geschenk. Viele Menschen wollen nicht erkennen, dass die Ursache für Ihre Beschwerden in einem bestimmten Lebensbereich zu finden ist. Das muss man dann akzeptieren. Drängen wird nichts bewirken, denn der Anteil des Heilers am Heilungsprozess beträgt gerade mal 10%. Die restlichen 90% heilen Körper und Seele selbst, sofern man sie lässt.