21.01.24 - Spiritleaks Redaktion

Qi erklärt die Welt

Vom Wirken und Eins-Sein

Die traditionelle chinesische Medizin arbeitet mit einem Grundmodell, das sich meiner persönlichen Meinung nach ganz ausgezeichnet eignet, um die Welt zu erklären. Ob Energiemedizin, Spiritualität oder Psychologie. Wer Qi versteht, versteht die ganze Welt. Vielleicht hilft es euch ja auch.

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1. Anfang und Ende

Ausgangspunkt der chinesischen Philosophie ist das WU JI, die große Leere. Die schöpferisch große Leere enthält das gesamte Potential der Welt. Im chinesischen nennt man es dann DAO / TAO. Es ist der Anfang und man sagt:

Dao erzeugt EINS
EINS erzeugt ZWEI
ZWEI erzeugt DREI
und DREI erzeugt die 10.000 Dinge

2. Aus Yin und Yang entsteht Qi

Aus dem Eins, dem DAO entsteht die Dualität. Das sind dann Yin und Yang. Die Dualität brauchen wir, um die Welt überhaupt wahrnehmen zu können. Wir könnten z.B. hell nicht erklären, wenn es kein dunkel gäbe. Ohne Tag keine Nacht, ohne Freude keine Trauer, ohne oben kein unten ... Yin und Yang erzeugen durch ihre Polarität eine Spannung. Wie zwei Magnete, die man langsam auseinder schiebt, ensteht im Zwischenraum ein Kraftfeld. Diese Spannung sorgt dann dafür, das Yin und Yang beständig ineinander übergehen. Aus der Nacht entsteht der Morgen, aus dem Morgen der Tag, auf den Tag folgt der Abend und der Abend verliert sich in der Nacht. Diese Spannung, die dafür sorgt, das Kreislauf stattfindet, das ist das gehimnisvolle Qi. So wird aus ZWEI die DREI.

3. Das Qi

Alles was existiert ist Qi. Der Himmel, die Erde, Sonne, Mond, die Pflanzen, die Tiere, der Mensch und sogar die Gedanken eines Menschen sind Qi. Denn Qi ist das Fließen von Yin und Yang. Es gibt nichts auf der Welt, was in der nächsten Sekunde noch das Gleiche ist. Alles ist in Bewegung.

In der Physik hat man bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Erkenntnis erlangt, das es eigentlich gar keine stoffliche Materie gibt. Jedes Atom ist letztendlich ein Quantenenergiefeld mit einer bestimmten Information.

Die Grob- oder Feinstofflichkeit hängt zum einen von der IN-FORM-ation ab, aber auch von der Schwingungsfrequenz des Energiefeldes. Je langsamer etwas schwing, desto materieller und fester wird sein Zustand.

Qi ist in seiner niederfrequentesten Form also alles, was wir als feststoffliche Materie wahrnehmen. Steigt die Frequenz an, sind wir bei den Pflanzen, den Menschen und den Lebensformen. Eine Ebene weiter sind wir bei Gedanken, unserem Bewusstsein und unserem Verstand. Schwingen wir noch höher kommen wir zu den Ebenen der Seele und dem höheren Bewusstsein. Und selbst dann ist noch nicht Schluss, denn nach der Individualität folgt die Transpersonalität, die sich dem Bewusstsein des ganzen Universums anschließt. Qi fließt und so geht jede Ebene ineinander über und so sind wir mit allem verbunden, was es gibt.

Elemente und Wandlungsphasen

Wem sich das Prinzip noch nicht ganz erschlossen hat, keine Sorge. Nun kommen die Elemente und ihre Wandlungsphasen ins Spiel und dann versteht man das Prinzip.

Bisher haben wir die EINS, die ZWEI und die DREI. Folgen wir dem, enstehen aus dem Qi VIER Energiequalitäten. Nehmen wir mal hier: Norden - Osten - Süden - Westen. Der Norden steht für YIN = Winter, Kälte und Dunkelheit. Ihm folg der Osten, der den Neuanfang bringt, den Frühling, die Energie nimmt zu weil Yang einfließt. Im Süden haben wir den Höchststand des YANG erreicht. Hier haben wir Sommer, Hitze und ein maximum an Sonnenlicht. Im Westen geht die Sonne unter, die Temperaturen fallen. YANG wird weniger, weil YIN wieder zunimmt. Und dann kommt schon wieder der Winter, in dem das YIN seinen Höchststand wieder erreicht hat.

In der chinesischen Philosophie steht dieses Vierer-Prinzip für die Elemente.

NORDEN = WASSER
OSTEN = HOLZ
SÜDEN = FEUER
WESTEN = METALL

Und damit es noch einen zentralen Bezugspunkt gibt, platziert man das Element ERDE in die Mitte des Vierer-Gespanns. Somit haben wir die 5 Elemente der Chinesischen Medizin. Und alles, was es gibt, kann einen dieser Elemente zugeordnet werden. Diese Zuordnung gibt dann Aussage darüber, welche Grundinformation, also welche Grundenergie vorhanden ist.

Bleiben wir mal beim Norden. Norden und Wasser haben die gleiche Grundenergie. Beim Menschen entpricht das den Nieren, den Knochen, der Blase, der Weisheit, der Willenskraft und z.B. auch der Angst. Zum Wasser gehören auch die Zahl 6, der Planet Merkur, der salzige Geschmack. Nieren, der salzige Geschmack und die Willenskraft sind also im Prinzip die gleichen Dinge, die sich lediglich durch die Schwingungsfrequenz unterscheiden.

Und so ordnet man im chinesischen Denken alles ein und kann dann ganz wunderbar damit arbeiten. Natürlich muss man sich dann noch mit den gegenseitigen Wechselwirkungen der Elemente auskennen. Aber das Grundprinzip findet überall seine Anwendung. Selbst beim Feng-Shui schaut man, welche Richtung mit welchem Lebensbereich verbunden ist und welche Farbe man dann dort platziert, damit das Qi schön fließen kann.

Ich hoffe sehr, dass ich Euch das verständlich erklären konnte. Vielleicht habt ihr sogar Lust bekommen, euch mal ein wenig intensiver mit der chinesischen Philosophie, der TCM oder auch den spirituellen Seiten zu beschäftigen.