Herz & Seele

Spirituelle Geschichten

Kleine Lebensweisheiten in Geschichten hübsch verpackt

Nicht nur Buddha hat in seinen Lehrreden tiefgründige Lebensweisheiten übermittelt. Es gibt sie in allen Kulturen. Hier haben wir euch einige spirituelle Geschichten zusammengestellt. Viel Spaß beim Nachsinnen.

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Geschichten 1-5

Unsere kleine Sammlung an Lebensweisheiten

Man muss alles glauben, was man hört

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen. Dann endlich – der Wettlauf begann. Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Anstatt die Läufer anzufeuern, riefen sie also „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“ oder „Das ist einfach unmöglich!“ oder „Das schafft Ihr nie!“ Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“ Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte. Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war. Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hatte, den Wettlauf zu gewinnen. Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

Unbekannter Verfasser

Die wichtigen Dinge - modern interpretiert

Eines Tages hielt ein Zeitmanagementexperte einen Vortrag vor einer Gruppe Studenten, die Wirtschaft studieren. Er möchte ihnen einen wichtigen Punkt vermitteln mit Hilfe einer Vorstellung, die sie nicht vergessen sollen. Als er vor der Gruppe dieser qualifizierten angehenden Wirtschaftsbosse steht, sagt er: „Okay, Zeit für ein Rätsel“. Er nimmt ein großes Glas mit einer sehr großen Öffnung und stellt es auf den Tisch vor sich. Dann legt er ca. zwölf faustgroße Steine vorsichtig einzeln in das Glas. Als er den Glas mit den Steinen bis oben gefüllt hat und kein Platz mehr für einen weiteren Stein ist, fragt er, ob das Glas jetzt voll ist.

Alle sagen: „Ja“. Er fragt: „Wirklich?“ Er greift unter den Tisch und holt einen Eimer mit Kieselsteinen hervor. Einige hiervon kippt er in das Glas und schüttelt dieses, so dass sich die Kieselsteine in die Lücken zwischen den großen Steinen setzen. Er fragt die Gruppe erneut: „Ist das Glas nun voll?“

Jetzt haben die Studenten ihn verstanden und einer antwortet: „Wahrscheinlich nicht!“ „Gut!“ antwortet er. Er greift wieder unter den Tisch und bringt einen Eimer voller Sand hervor. Er schüttet den Sand in das Glas und wiederum sucht sich der Sand den Weg in die Lücken zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen. Anschließend fragt er: „Ist das Glas jetzt voll?“

„Nein!“ ruft die Klasse. Nochmals sagt er: „Gut!“ Dann nimmt er einen mit Wasser gefüllten Krug und gießt das Wasser in das Glas bis zum Rand. Nun schaut er die Studenten an und fragt sie: „Was ist der Sinn meiner Vorstellung?“ Ein Primus hebt seine Hand und sagt: „Es bedeutet, dass man - egal wie voll auch dein Terminkalender ist - wenn man es wirklich versucht, immer noch einen Termin dazwischen schieben kann“. „Nein“, antwortet der Dozent, „das ist nicht der Punkt.

Die Moral dieser Vorstellung ist: Wenn du dein Glas nicht zuerst mit den großen Steinen füllst, kannst du sie später nicht mehr hineinsetzen. Was sind die großen Steine in Ihrem Leben? Ihre Kinder, Personen, die Sie lieben, Ihre Ausbildung, Ihre Träume, Lehren anzunehmen, Dinge zu tun, die Sie lieben, Zeit für sich selbst, Ihre Gesundheit, Ihre Lebenspartner… Denken Sie immer daran, die großen Steine zuerst in Ihr Leben zu bringen, sonst bekommt Sie nicht alle unter. Wenn Sie zuerst mit den unwichtigen Dingen beginnt, dann füllen Sie Ihr Leben mit kleinen Dingen und beschäftigen sich mit Sachen, die keinen Wert haben. So werden Sie nie Zeit für große, wichtige und wertvolle Dinge haben.“

Unbekannter Verfasser

Ein Stück vom Himmel

Eines Tages gingen drei Jäger durch einen dunklen Wald. Unterwegs entdeckten sie eine Höhle. Im Halbdunkel kniete ein Einsiedler auf dem Boden. Sein Gesicht strahlte vor Glückseligkeit. Die Jäger begrüßten ihn: „Guten Abend, Bruder. Wir wünschten, es ginge uns so gut wie dir. Du siehst so glücklich aus.“ „Ich bin immer glücklich!“ „In dieser dunklen einsamen Hütte tust du Buße und bist auch noch glücklich? Uns fehlt es an nichts, aber wir sind nicht glücklich. Was ist dein Geheimnis?“ „Das Geheimnis meines Glücks ist hier“, antwortete der Einsiedler und winkte die Jäger zu einem kleinen Loch in der Höhlenwand. „Schaut es euch an!“ Die Jäger schauten durch das Loch. „Du willst uns wohl zum Narren halten?“, riefen sie. „Da sind doch nur ein paar Zweige.“ „Schaut noch einmal genau hin!“ „Weiter nichts als Zweige und ein kleines Stück Himmel!“ „Das ist das Geheimnis meines Glücks“, sagte der Einsiedler. „Ein kleines Stück Himmel!“

Unbekannter Verfasser

Liebende Güte

Eine junge Schülerin machte sich daran die Meditation der liebenden Güte zu entwickeln. Wenn sie in ihrem Raum saß, füllte sie ihr Herz mit liebender Güte für alle Wesen. Aber jeden Tag, wenn sie zum Bazar ging, um Essen zu holen, wurde ihre liebende Güte durch einen Ladenbesitzer, der sie täglich mit unwillkommenen Zärtlichkeiten bedachte, hart auf die Probe gestellt. Eines Tages konnte sie es nicht mehr aushalten und begann damit, den Ladenbesitzer mit hoch erhobenen Regenschirm die Straße hinunter zu jagen. Wie um sie zu demütigen kam sie an ihrem Meditationsmeister vorbei, der am Straßenrand stand und das Schauspiel beobachtete. Mit schamerfülltem Gesicht ging sie zu ihm und erwartete, für ihre Wut zurechtgewiesen zu werden. Was Du tun solltest, riet ihr Meister ihr freundlich, ist Dein Herz mit liebender Güte zu füllen, und dann mit soviel Nachsicht wie Du aufbringen kannst, diesem ungehobelten Kerl Deinen Regenschirm über den Kopf ziehen.

Unbekannter Verfasser

Die Weisheit der drei Raben

Im Leben eines jeden Wesens kommt der Tag, an dem es herangewachsen ist und ein Mitglied der Erwachsenengemeinschaft wird. So ist das auch bei den Raben. Eines Tages mussten sich drei junge Raben einer Prüfung unterziehen, die von den älteren Raben abgehalten wurde. Sie hatten die Absicht, herauszufinden, ob die jungen Krähen reif genug waren, mit den erwachsenen Vögeln zu fliegen. Der Anführer des Schwarms fragte den ersten Jungvogel: “Was meinst du, welche Gefahr auf der ganzen Welt sollten Krähen am meisten fürchten?”

Der junge Rabe dachte einen Augenblick über die Frage nach und gab zur Antwort: “Wovor ein Rabe wirklich Angst haben sollte auf dieser Welt, ist ein Pfeil. Damit kann einen Raben auf einen Schlag getötet werden.” Als die alten weisen Raben das hörten, fanden sie die Antwort sehr gelungen.“Du hast recht”, sagte der Schwarmführer. “Wir heißen dich in unserer Mitte willkommen.”

Als nächstes fragte der Leitrabe den zweiten Jungvogel: “Und was sollten wir deiner Meinung nach am meisten fürchten?“ “Ich glaube, dass ein guter Schütze gefährlicher ist als ein Pfeil”, sagte der junge Rabe. “Nur ein Schütze kann einen Pfeil auf ein Ziel richten und ihn abschießen. Denn ohne den Schützen ist der Pfeil nicht mehr als ein Stück Holz – genau wie der Zweig, auf dem ich gerade sitze." Die Raben waren sich einig, dass das die intelligenteste Antwort war, die sie je gehört hatten. “Du sprichst mit großer Intelligenz. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir dich in unserer Gemeinschaft willkommen heißen können.”

Dann wandte sich der Anführer des Schwarms an den dritten kleinen Raben: “Und du? Was meinst du, was wir am meisten fürchten sollten?” “Nichts von alle dem, was bisher gesagt worden ist”, meinte er. “Was wir am meisten fürchten sollten, ist ein wenig geübter Schütze.” Was für eine seltsame Antwort! Die Raben waren verwirrt und schämten sich für den Jungvogel. Die meisten von ihnen dachten, dass dieser Vogel noch nicht verständig genug war, um die Frage zu begreifen. Bis ihn der Anführer abermals fragte: “Was meinst du damit?”
“Der zweite Jungvogel hat Recht: Ohne einen Schützen gibt es keinen Grund, einen Pfeil zu fürchten. Aber der Pfeil eines guten Schützen wird den Bogen Richtung Ziel verlassen. Wenn man daher das schwirrende Geräusch hört, wenn ein Pfeil den Bogen verlässt, dann muss man nur nach rechts oder links fliegen, um dem Pfeil auszuweichen. Man wird jedoch nie genau wissen, wo der Pfeil eines Amateurs hinsteuert. Selbst wenn man wegfliegt, sind die Chancen, dass der Pfeil einen trifft, weiter da. Man weiß einfach nicht, was das Beste ist – sich bewegen oder eher, sich ruhig zu halten.”
Bald schon wurde er der neue Anführer des Schwarms.

Unbekannter Verfasser

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Geschichten 6-10

Unsere kleine Sammlung an Lebensweisheiten

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